Bass einstellen - wie geht das?

Auch ein Bass will gut eingestellt sein. Jedes Auto fährt zuverlässiger, wenn es regelmäßig gewartet wird. Auch unser Lieblingsbass läßt sich wesentlich leichter bespielen und klingt besser, wenn kleine Wartungsarbeiten regelmässig ausgeführt werden. Dieser Workshop zeigt, wie einfach diese Einstellarbeiten sind.

Saiten

Beim einen halten sie ein halbes Jahr, beim anderen nur einen einzigen Gig lang. Saiten sind Verschleißteile, die nur eine begrenzte Lebensdauer haben, abhängig von der Beanspruchung und dem Handschweiß des Bassisten. Da kommt es auch auf die Soundwünsche an: wer einen superbrillanten Sound möchte, braucht öfters neue Saiten als der Rocker, der einen dunklen Ton ohne viel Höhenanteile favorisiert.
Wenn der Ton keine Höhen mehr hat und es zunehmend schwer fällt, die Saiten zu stimmen, ist ein neuer Satz fällig. Dreck und Schweiß setzen sich in die Rillen, die Brillanz läßt nach, irgendwann ist die Saite "tot". Durch Auskochen der Saiten kann zwar der Dreck teilweise entfernt werden, aber die mechanische Abnutzung der Saiten läßt sich so nicht regenerieren, eine ausgekochte Saite klingt nur für kurze Zeit nochmal gut.

Korrekt aufziehen!

Wichtig ist, die Saite korrekt aufzuziehen: Die Saite muss ein paar Umdrehungen um den Schaft der Mechanik machen, und so nahe wie möglich an der Kopfplatte anliegen, damit sie fest im Sattel sitzt. 

 

Auflagedruck

An der Brücke müssen die neu aufgezogenen Low B, E und A Saiten mit dem Daumen kurz vor dem Saitenreiter kräftig heruntergedrückt werden, damit sie dort richtig sitzen. 

Die Saitenlage

Die "korrekte" Saitenlage ist Geschmackssache. Eine hohe Saitenlage gibt einen guten Ton, weil die Saiten freier schwingen können, aber die linke Hand braucht mehr Kraft. Eine niedrige Saitenlage läßt uns mit weniger Kraftaufwand spielen, aber die Nebengeräusche nehmen zu, weil die schwingende Saite schneller die Bünde berührt. Hier ist ein Kompromiss angesagt. Die Saitenlage wird durch Einstellung des Halsstabes und der Saitenreiter der Brücke eingestellt. Auch die Höhe des Sattels spielt eine gravierende Rolle.

Der Sattel

Er kann aus Knochen, Plastik, Messing, Graphit oder auch Ebenholz bestehen. Hier kommt es darauf an, wie er gefeilt ist. Ist er zu hoch, sind die ersten Bünde nicht gerade leicht zu greifen, ist er zu niedrig gefeilt, rasseln die Saiten auf den Bünden. Bei Problemen empfiehlt es sich, einen erfahrenen Gitarrenbauer mit einem Satz Bundfeilen dranzulassen.

Die Bünde

Auch die Bünde spielen sich ab, und dann bekommen wir Nebengeräusche wie Schnarren, Scheppern und Rasseln, weil die Saiten die unterschiedlich hohen Bünde berühren. Ein guter Gitarrenbauer richtet die Bünde für eine optimal einstellbare Saitenlage ordentlich ab. Eine Neubundierung ist fällig, wenn die Bünde schon mehrmals abgerichtet wurden.

Die Brücke

Hier können wir die Höhe der Saiten mit den einzelnen Saitenreitern einstellen. Je nach Fabrikat brauchen wir einen oder mehrere Inbusschlüssel dazu, und dann wird an den kleinen Madenschrauben gedreht, bis die Saitenhöhe genehm ist. Die Madenschrauben nie ganz rausdrehen, sie sind schnell verschwunden und sehr schwer einzeln zu beschaffen.

Die Halsneigung

Da die Saiten einen enormen Zug auf den Hals ausüben, hat jeder Basshals aus Holz einen Stahlstab, der mit dem passenden Schlüssel eingestellt werden kann. Die Einstellschraube ist entweder oben an der Kopfplatte oder unten am Halsende zu finden; hier muß eventuell der Hals zur Einstellung abgeschraubt werden. Das nervt, viele Bässe haben die Einstellschraube an der Kopfplatte. Einfach den Inbusschlüssel ansetzen, die A-Seite leicht zur Seite schieben und behutsam den Schlüssel drehen - eine Viertelumdrehung zeigt oft schon grosse Wirkung. Am besten dazu den Bass vor sich auf einen Tisch legen, den Inbus ansetzen, den Bass festhalten und behutsam die Schraube drehen.

Korrekte Halskrümmung

Drehen im Uhrzeigersinn zieht die Schraube an, der Hals geht nach hinten, und die Saiten kommen näher an das Griffbrett. Gegen den Uhrzeigersinn bewegen lockert die Schraube, und die Saiten kommen höher. Der Hals muß in sich etwas "hohl", also "konkav" eingestellt werden. Ist der Hals zu hohl eingestellt, spricht man auch von einem "Flitzebogen"... 

Faustregel: 2 Millimeter Spielraum am 7. Bund sind cool, wenn die tiefste Saite im ersten und letzten Bund niedergedrückt wird und man seitlich auf die Saiten schaut.

Der Halswinkel

Bei Bässen mit geschraubten Hälsen läßt sich auch der Halswinkel verstellen. Bei manchen Instrumenten (70iger Jahre Fender, Music Man, G&L) ist bereits eine Einstellschraube dafür an der Halshalteplatte vorgesehen. Bei den meisten jedoch funktioniert das so: Man schraube den Hals ab – vorher die Saiten total entspannen - und nehme einen Streifen Furnier und legt diesen ganz hinten in die Halstasche (so nennt sich die Halsfräsung im Korpus). Eventuell mit Tesa fixieren. Dann den Hals wieder drauf, Saiten drauf, stimmen. Eventuell muss man mit diversen Furnierstärken experimentieren, bis der Winkel optimal ist.

Die Intonation

Das ist die "Bundreinheit", diese läßt sich am besten mit einem Stimmgerät einstellen. Der gegriffene Ton im 12. Bund muß mit dem Flageolett im 12. Bund verglichen werden. Beide müssen die gleiche Tonhöhe haben, dann stimmt die Intonation. Dazu müssen die Saitenreiter der Brücke in der Länge verstellt werden. Saitenreiter nach vorne bewegen – der Ton wird höher, Saitenreiter nach hinten ziehen – der Ton wird tiefer. Dazu brauchen wir den passenden Schlüssel für die Brücke, der sollte immer im Basskoffer liegen.

Schwierig?

Die korrekte Bass-Einstellung ist nicht schwierig. Das meiste läßt sich selbst machen, man kann nur an Erfahrung gewinnen, und hat ein besser klingendes und leichter bespielbares Instrument.